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18.09.2015 - Ein Bayer in Bühne

Ein Bayer in Bühne

Umstrukturierungen statt Betriebsschließung/ CDU- Politiker und Vertreter der Kommune besuchen Filteranlagenhersteller in Bühne

Bühne (Quelle: Mario Heinicke / Halberstädter Volksstimme)

Filteranlagen für kommunale Frei- und Hallenbäder sowie private Poolanlagen werden in Bühne bei der Firma BEHNCKE hergestellt. Betriebsleiter Christian Ebert führte jetzt Gäste der Harzer CDU mit dem Landtagsabgeordneten Bernhard Daldrup an der Spitze sowie der Kommune durch die Produktionshallen.

Die Firma hat ihren Hauptsitz in Putzbrunn, einem Ort in der Nähe von München. Während dort Einbauteile, Wärmetauscher und Filter aus Edelstahl hergestellt werden, sind es in Bühne Kunststofffilteranlagen. Die Formproduktion der Großfilter ähnelt dem Karosseriebau.

Rund 40 Mitarbeiter sind derzeit am Standort Bühne beschäftigt. „Zu kämpfen haben wir vor allem mit der Konkurrenz aus dem Ausland", erläuterte Betriebsleiter Ebert. Deshalb habe der Standort Bühne auch schon kurz vor der Schließung gestanden. „Das konnte aber abgewendet werden, wir stehen als traditionelles Familienunternehmen zu beiden Betriebsteilen", versicherte Ebert, der seit Mai für den Standort Bühne verantwortlich ist.

Es habe bereits einige Umstrukturierungen in den Produktionsprozessen gegeben, Abläufe seien optimiert worden, neue Maschinen angeschafft, das Außengelände saniert, Verwaltungsaufgaben und die Warenwirtschaft zentralisiert.

Bei automatischen Bodenreinigern für öffentliche Bäder ist die Firma nach eigenen Angaben sogar führend auf dem Markt. „Wir legen großen Wert auf hochwertige Qualität", betonte Ebert. „Bei uns ist alles ,Made in Germany'. Wir kaufen keine asiatischen Billigteile zum Einbau." Insgesamt sei in Bühne etwa eine halbe Million Euro investiert worden. Fördergeld sei bisher nicht in Anspruch genommen worden. Landtagsabgeordneter Daldrup und Osterwiecks Wirtschaftsförderer Peter Eisemann wiesen darauf hin, dass für die geplanten weiteren Vorhaben durchaus eine Förderung durch die Investitionsbank möglich sei. Dies gelte ebenso für Messebeteiligungen, die für die Auftragsakquise des Unternehmens unerlässlich sind.

Ein Kostenfaktor sind zudem die Umweltauflagen. Auch hier gebe es aber Fördermöglichkeiten, erläuterte Daldrup. Voraussetzung sei die Sicherung der Arbeitsplätze.

„Die Arbeitskräfte sind unserer wichtigstes Kapital", betonte Ebert. Ein gutes Arbeitsklima mit flachen Hierarchien, der persönliche Austausch mit den Kollegen vom Standort Putzbrunn sowie Löhne über Mindestlohnniveau gehörten für ihn selbstverständlich zur Firmenphilosophie.

Der Betriebsleiter berichtete aber auch, dass er als waschechter Bayer in der Region zunächst mit Skepsis beobachtet worden sei. Das habe sich inzwischen geändert, auch wenn die Mentalität natürlich eine andere sei. „Wenn man erfolgreich sein will, muss man an einem Strang ziehen und sich an die Region anpassen", sagte Ebert, der immer eine Woche bei der Familie in Bayern und eine Woche im Harz lebt.

Bernhard Voigt, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Harzer CDU, wies auf die Möglichkeiten der Kooperation mit der Hochschule Harz hin, die bislang seiner Meinung nach von den regionalen Unternehmen noch viel zu wenig zu genutzt würden.


Bild:
Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Saft (parteilos), Bastian Herbst (MIT Halberstadt), Haiko Elschner, Gerhard Möllhoff (beide MIT-Kreisvorstand), CDU-Landtagsabgeordneter Bernhard Daldrup, Osterwiecks Wirtschaftsförderer Peter Eisemann, Betriebsleiter Christian Ebert und MIT-Kreisvorsitzender Bernhard Voigt (von links) beim Rundgang Ober das Außengelände.


Artikel erschienen am 27. August 2015 in der Halberstädter Volksstimme. Quelle: Mario Heinicke / Halberstädter Volksstimme. Mit freundlicher Genehmigung der Volksstimme Harz GmbH.